Lahn von Leun bis Laurenburg

Ostern 2002
Rechtzeitig vor Ostern hörte das Regenwetter auf, so dass das Hochwasser noch abfließen konnte, (die Lahn darf nur bis 3,60m am Pegel Kalkofen befahren werden). Also Glück gehabt.
Mindestens genauso viel Glück hatten wir mit dem Wetter, das in keinem Bilderbuch besser sein könnte (Fotos). Der Einladung folgte diesmal nur eine recht kleine Gruppe von insgesamt 8 Leuten, was aber dem Spaß überhaupt keinen Abbruch tat.
Wir trafen uns in Leun (14 km nach Wetzlar) auf dem gemeindebetriebenen Jugendzeltplatz mit Einsatzstelle (herrlich große, satte Wiese, Sanitär zu Ostern noch nicht in Betrieb).
Zuerst windet sich die Lahn noch durch ein breites, recht verkehrsreiches Becken, das ändert sich aber bald und man fährt später durch schöne, langgezogene Engtalstrecken.
Bis Limburg sind alle Schleusen handbetrieben, wodurch man immer wieder eine gute Gelegenheit hat, sich die Beine zu vertreten.
Der erste Höhepunkt unserer Fahrt war Weilburg. Dort gibt es den einzigen Schifffahrtstunnel in Deutschland (erbaut 1844 - 1847) mit gleich anschließender Schleuse. Direkt nach der Schleuse auf der rechten Seite ist ein netter einfacher Rastplatz mit Lagerfeuermöglichkeit. Von dort aus unternahmen wir eine ausgiebige Stadtbesichtigung der barocken Residenzstadt mit leckerem Essen.
Im Flussabschnitt des Ostersonnabends gab es einige flotte Strömungsstellen, so dass wir gut voran kamen und eigentlich auf dem Zeltplatz des ESV Limburg bei km 61 übernachten wollten. Eine kurze Besichtigung dieser Wohnwagenansammlung mit vermülltem Angeltümpel ließ uns aber sofort einen Alternativ-Platz suchen, den wir auf der anderen Flussseite auf einer großen Wiese fanden. Dort wurde der Ostersonntag dann auch zu einem echten Sonn-Tag.
Wir starteten also erst ziemlich spät und kamen dann bis kurz vor Limburg. Unterwegs besichtigten wir das Städtchen Runkel mit sehenswerter Burg(Ruine). Da Susi zwanghaft jeden Turm hochklettern muss - vielleicht hätte sie ja früher etwas mehr wachsen sollen - hatten wir so einen sehenswerten Ausblick über das Lahntal.
In Dietkirchen lockte uns die Wiese am Ufer unterhalb der Kirche St. Lubentius derart, dass wir nicht umhin kamen, dort zu übernachten. Ein nettes Gespräch mit dem Betreiber der Steganlage, die vormittags dort hinbugsiert wurde, ergab, dass es diese ehemalige Zeltmöglichkeit offiziell nicht mehr gibt. Ob man dort im Sommer aber überhaupt übernachten wollte, ist angesichts der dann 400m Yachtliegeplätze sowieso fraglich. Die Nacht unterhalb der angestrahlten Wehrkirche war auf jeden Fall traumhaft romantisch.
Die malerische Altstadt von Limburg am nächsten Tag war etwas überlaufen, Ostermontag halt, ist aber auf jeden Fall, neben Dom und Schloss einen Abstecher wert. Die Schleusen ab Limburg sind nach allen Veröffentlichungen immer ab 1.4. in Betrieb, laut Schleusenwärtern aber immer ab Karfreitag. Also ggf. nachfragen.
Vom Schleusenpersonal der Dietzer Schleuse erfuhren wir auch, dass das Gelände der Dietzer Paddelgilde bei km 90 - entgegen der Kartenangabe - verschlossen ist und wir dort nicht übernachten können. So suchten und fanden wir kurz vorher eine passende ruhige Wiese, dort gab es ein paar Meter im Wald versteckt sogar eine kleine Quelle für die morgendliche "Dusche". Idylle pur.
Am letzten Tag paddelten wir auf einem sehr ruhigen Abschnitt vorbei an Balduinstein, durch die Lahnschleife um Cramberg (kaum Strömung wegen Wasserableitung für Kraftwerk) bis zu unserer Aussetzstelle nach Laurenburg. Von dort kann man im Stundentakt per Regionalbahn direkt bist zur Einsatzstelle fahren, um die geparkten Autos abzuholen.
Im Gasthaus Lahntal gab es noch ein leckeres gemeinsames Verabschiedungsessen, dort kann man übrigens auch schön zelten, falls man die Tour weiterführen will.
Fazit: Die Lahn hat uns wegen der abwechslungsreichen Landschaft und der vielen Historie sehr gut gefallen und hat - ordentlicher Schlafsack vorausgesetzt - sicher besonders außerhalb der Hauptsaison ihre Reize, da sie dann einfach nicht so überlaufen ist, wie im Sommer.
Unsere Wertung deshalb: