Friedrichroda

Mitte Februar 2025

Wenig Schnee, also haben wir Ski und Schneeschuhe gleich zu Hause gelassen, aber ein bisschen Urlaub wollen wir im Winter dennoch machen. Wir fahren nach Thüringen, genauer gesagt nach Friedrichroda. Dort haben wir für eine Woche das "Gästehaus Alte Wäscherei" gemietet – eine perfekte, gemütliche Unterkunft für uns zwei.

Friedrichroda liegt südlich von Gotha am nördlichen Rand des Thüringer Waldes. Schon seit Anfang des 20. Jh. ist der Kurort Friedrichroda ein beliebtes Ferienziel. Ein Grund dafür ist bestimmt auch die Verkehrsanbindung: Neben Zug- und Bus-Verbindungen ist Friedrichroda auch Station der Thüringerwaldbahn, eine der wenigen verbliebenen Überlandstraßenbahnen. Sie fährt von Gotha nach Waltershausen und bis nach Bad Tabarz am Fuße des Großen Inselsbergs. Auch wir nutzen sie mehrfach, dazu später mehr.

Gleich bei unserer ersten kleinen Wanderung vom Ferienhaus aus, am Gottlob entlang, zum Kuchenessen im Waldschlösschen fällt uns auf, dass der Thüringer Wald wohl bald seinen Namen ändern muss: auf großen Flächen sind die Fichtenplantagen abgestorben. Wie wäre es zwischenzeitlich mit "Thüringer Berge?" 😉 Auch wenn es dauern wird, der Wald wird sich erneuern und zum Glück kaschiert die dünne Schneedecke das Elend wenigstens ein bisschen.

Für die erste Tageswanderung fahren wir mit der Thüringerwaldbahn nach Bad Tabarz. Von dort wandern wir durch den Lauchagrund zum Backofenloch (Porphyrhöhle). Weiter geht es durch den Wilden Graben hinauf zum Torstein. Wer hätte gedacht, dass es im Thüringer Wald so viele Felsen gibt? - In der Gegend sogar ein ganzes Klettergebiet. Wir folgen wieder der Laucha und steigen auf zum Berggasthof "Tanzbuche", der schon fast auf dem Kamm des Thüringer Waldes liegt. Es wären nur noch ein paar Schritte bis zum Rennsteig. Zurück nach Bad Tabarz laufen wir vorbei am Roten Turm und über den Aschenbergstein und am Ende durch den Lauchagrund, durch den wir gekommen sind.

Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, mit der Thüringerwaldbahn auch in Ralfs Geburtsstadt Gotha zu fahren. Das Städtchen ist zwar heute nicht mehr ganz so bedeutend, war es in der Vergangenheit aber schon. Selbst das britische Königshaus hat dort seine Wurzeln. 😉 Es ist ein normaler Wochentag und so rutschen wir ganz einsam in Filzpantoffeln durch das sehenswerte Schloss Friedenstein und sehen uns das Ekhof-Theater an, eines der ältesten noch funktionierenden Barocktheater. Auf dem Weg nach Gotha schauen wir beim Schloss Reinhardsbrunn vorbei, das hoffentlich bald wieder bessere Zeiten erleben wird, als nach dem Mauerfall bis heute.

Unsere nächste Wanderung startet in Tambach-Dietharz. An der Schmalwassertalsperre entlang wandern wir bis zum Falkenstein im Schmalwassergrund, ein Kletterfelsen und das bedeutendste Felsgebilde im Thüringer Wald. Auf der Karte war der Weg an der Talsperre als Fahrweg eingezeichnet, tatsächlich ist es eine asphaltierte Privatstraße. Jetzt ist sie zum Glück vom Schnee bedeckt, aber zu anderen Jahreszeiten würden wir nicht gern eine lange Strecke auf Asphalt wandern wollen, deshalb können wir diese Tour nur bedingt empfehlen.

Einmal fahren wir auch mal hoch zum Inselsberg, leider ist die Sicht gerade nicht besonders gut. Auf dem Weg zur Avenida-Therme machen wir einen Abstecher nach Erfurt. Das lohnt sich immer. Krönender Abschluss der Ferienwoche ist ein Konzert in der Marienglashöhle, die 2-Personengruppe "Rapauken" macht ungewöhnliche, aber sehr schöne Musik und die Höhle gibt dem Konzert einen ganz besonderen Rahmen.

Tipps am Rande: Das Brauhaus Friedrichroda wirkt schön alt, hat uns aber von der Küche her überhaupt nicht überzeugen können, dafür war aber das Torodoro Steakhouse absolute Spitze. Und wer auf dem Weg nach Friedrichroda bei den "Drei Gleichen" vorbei kommt und sie noch nicht kennt, der sollte sich die Zeit nehmen, wenigstens zu einer der drei Burgen hinauf zu steigen.

Uns hat der Winterausflug nach Friedrichroda sehr gut gefallen, deshalb vergeben wir