Tarpus longus

Anfang September 2017

Für unsere gemeinsame Wanderung durch Franken brauchte Susis Bruder noch eine "Unterkunft", er wollte gern ein Tarp mitnehmen. Und da ich inzwischen auch schon ein paar Zelte genäht hatte, war es für mich kein großes Problem, ein Tarp zu nähen. Ich hatte ohnehin schon länger einen Entwurf im Kopf, also ab an die Nähmaschine!

Die Grundform der Plane weicht allerdings stärker von den "üblichen" rechteckigen Tarps ab, die man so im Handel kaufen kann. Im Prinzip sind aber nur zwei Fünfecke mit einer geraden Naht zu verbinden und danach die Ränder zu versäubern. Die Kanten haben alle einen Cat Cut von ca. 1cm pro Meter, damit sich die Plane schön glatt spannt. Ich nähe bei solch dünnen Stoffen immer Doppelkappnähte. Hierbei werden die beiden Nähgutkanten umgelegt und ineinandergeschlagen. Das Nahtbild zeigt auf der rechten und linken Seite gleichermaßen eine eingeschlagene doppelte Naht.

Das Material und die Stangen hab ich bei extremtextil.de gekauft. Der Stoff ist ein sehr leichtes, beidseitig silikonisiertes Ripstop-Nylon mit einem Flächengewicht von  36 g/qm. Die Abspannpunkte hab ich alle mit PU-beschichtetem Nylon (90 g/qm) verstärkt und danach Gurtband für die Abspannösen und Leinenspanner aufgenäht.

Als Aufstellstangen dienen vorn drei DAC Pressfit Segmente 10,2 mm, 45cm lang, eines davon gekürzt und alle per Gummikordel verbunden wie bei einem üblichen Zeltgestänge. Für den Fußbereich genügt ein dünneres Zeltstangensegment mit 8 mm Durchmesser. Dazu noch 3 mm Abspannleinen und passende Heringe. Die Verpackungshülle hat die Form eines Briefumschlags, in dem das Tarp samt Zubehör zusammengerollt werden kann. Der wird per Klettband verschlossen.

Mit ein bisschen Übung ist das Tarp an einem Tag genäht. Durch die beiden vorderen Dreiecke lässt sich der Eingang fast vollständig schließen oder bei Bedarf sogar gegenseitig überlappen und das ergibt einen viel besseren Wetterschutz als ein rechteckiges Tarp. Regen ist darunter also kein Problem, bei massiven Mückenangriffen an der Gülper Havel kam das Tarp aber dann doch an seine Grenzen. 🙂